Stefan Endres

DKG-Beitrittsjahr: 1998
WSP-Teilnahmejahr: 1998, 1999
Beruf: Direktor einer privaten Sprachenschule
Jahrgang:
1972
DKG-Region: Berlin & Brandenburg

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Kurzbiografie:
Stefan Endres ist definitiv kein „Kanada-Fan“. Er war gerade achteinhalb Jahre alt, als er vor genau 30 Jahren das erste Mal seine beiden Tanten in Thunder Bay, Ontario, besuchte. Mittlerweile ist die Endres-Familie in Kanada tief in der dritten Generation angelangt. Unter anderem sind Tante Maria (94) und Sophie (2) auf den Familienbildern vom Lake Superior zu erkennen. Stefans Sohn hat sechs Cousinnen und Cousins zweiten Grades, die einfach typisch kanadisch sind: Sie vereinen die deutsche, frankokanadische, anglokanadische, argentinische, finnische und Ureinwohner-Abstammung in einer Familie. Stefan ist kein Kanada-Fan, denn dafür sitzt Kanada einfach zu tief: Es sind die besonderen Geräusche und Gerüche, Anblicke und Wahrnehmungen, ganz bestimmte Orte, Situationen, Wetterlagen und Gespräche, der Westcoast-Drizzle, den ein starker Westwind ins Gesicht treibt, der erste Maple Dip von Tim Horton’s bei der Zwischenlandung in Toronto, der Schwarzbär um das Zelt herum, die Busfahrt über dreieinhalb Tausend Kilometer, der verwitterte Totem-Pole auf der kleinen Pazifikinsel, die ganz bestimmt nicht unter „Geheimtipp“ genannt wird, der erste Lachs an der Angel, das erfolgreiche Job-Interview, das erste verkaufte Foto in der Galerie, die „European DJ-Night“ zusammen mit einem DKG-Freund und mit Blick auf den Pazifik, die Möglichkeit für eine kanadische Universität zu unterrichten, das Wiedersehen mit seiner Familie und ganz besonderen Freunden.

Von 1990 bis 1991 besuchte Stefan eine Highschool in Nanaimo, B.C., und graduierte nach der 12. Klasse. Nach dem Abitur in Deutschland ging es zwei Jahre später für einige Wochen zurück an die Westküste. 1997 machte er als DAAD-Stipendiat ein Lehrpraktikum an der Universität von Victoria.

1998 nahm Stefan das erste Mal am Werkstudierendenprogramm der DKG teil und fand einen der interessantesten Arbeitgeber der DKG in British Columbia: Jamie’s Whaling Station, ein Touristik-Unternehmen für Bootstouren auf dem Pazifik, das durch Stefans Mitarbeit ein zentraler Schauplatz in Frank Schätzings „Der Schwarm“ wurde.

Jamie’s bat Stefan, 1999 zurückzukehren und einen weiteren DKG-Studenten mitzubringen. So geschah es, und Jamie’s war über mehrere Jahre DKG-Arbeitgeber für jeweils zwei Werkstudierende. Im zweiten Jahr bei Jamie’s bereitete Stefan auch seine Abschlussarbeit über den Tourismus in Westkanada vor.
Weitere Reisen nach Kanada folgten, seit 2005 nutzte er als Stellvertretender Direktor einer Sprachenschule in Berlin immer wieder Geschäftsreisen in die USA, um sich dann nach getaner Arbeit schnell für einige Extratage nach Kanada abzusetzen. 2010 gehörte „Stefan from the ash cloud“ (so eine vierjährige Kanadierin) zu den glücklicheren Opfern der Aschewolke, zwang sie ihn doch dazu, eine zusätzliche sonnige Frühlingswoche in der Stadt am Lake Ontario zu verbringen. 1998 wurde Stefan DKG-Mitglied. Da die DKG, ihre interessanten Veranstaltungen und die inspirierenden, motivierenden und netten deutsch-kanadischen Mitglieder Stefan halfen, den Atlantik im Rheinland und später in Berlin auf wenige Kilometer schrumpfen zu lassen und Kanada auch hier in Deutschland für ihn präsent zu halten, war er selbstverständlich bereit, aktiv in der DKG mitzuarbeiten. Von 2001 bis 2004 war er Mitglied des Bundesvorstands, von 2002 bis 2006 Chefredakteur des DKG-Journals.

Familie und Beruf nehmen ihn derzeit stark und positiv in Anspruch, so dass er im Moment nur „saisonal aktives“ Mitglied der DKG-Region BerlinBrandenburg sein kann. Stefan lebt und arbeitet in Berlin, er ist Direktor der privaten Sprachenschule Berlasco – Berlin Language School. Zu seinen Kunden zählen auch Mitarbeiter der Botschaft von Kanada sowie der Vertretung der Regierung von Québec. Stefan Endres ist definitiv ein Fan der Kanadischen Eishockey-Nationalmannschaft.

Was ist für Sie „typisch“ kanadisch?
Berufliche Möglichkeiten auch ohne den richtigen Abschluss oder die richtige Bescheinigung.
„We treat you with a smile!“
Tim Horton’s
Hockey Night in Canada
Eh!?
Folgende Bücher:
Michael Ondaatje: In the Skin of a Lion
Margaret Atwood: Surfacing
Farley Mowat: The Boat Who Wouldn’t Float

Was ist Ihr „Geheimtipp“ in Kanada?
Sonnenuntergang Chesterman’s Beach, Tofino, B.C. – als Einstieg für weitere Entdeckungen. Die anderen sind nunmal „geheim“!

Welche Gewohnheit oder Idee aus Kanada würden Sie gerne in Deutschland übernehmen?
Viele interessante Ansätze zur Einwanderung und zum Multikulturalismus sowie zum Schulsystem. Das Extra an Freundlichkeit und Motivation in allen Lebenssituationen. „Kanadisch bezahlen“, die Rechnung wird einfach grob aufgeteilt. Lachs mit Ahornsirup zubereitet. BC Ferries auf der Ostsee!

Was nehmen Sie auf jeden Fall mit, sollten Sie jemals nach Kanada auswandern?
Meine Familie, SZ- und Kicker-Abos, Sprudelwasser, Dürüm-Döner und deutsches Brot.

Warum sind Sie Mitglied in der Deutsch-Kanadischen Gesellschaft?
Die Verbindung zu Deutschland und Kanada, viele nette, interessante und freundschaftliche Kontakte mit Kanadiern und Kanada interessierten Deutschen, großartige Möglichkeiten der Übernahme von ehrenamtlichen Aufgaben und der professionellen Mitarbeit schon als Student!

Was assoziieren Sie mit der Deutsch-Kanadischen Gesellschaft?
Allgemein: Das herausragende WSP, großartige Veranstaltungen mit Kanada-Bezug, ein wachsendes Mehrgenerationen-Netzwerk, das nun auch den Weg in die virtuellen Netzwerke gefunden hat. DIE integrativste deutsch-kanadische Organisation.
Persönlich: Im Auftrag des DKG-Journals: Hotel-Tee mit Margaret Atwood und Backstage-Bier mit Tragically Hip.

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