Judith Joy Ross: Ausstellung & Künstlergespräch

Judith Joy Ross, Eurana Park PA., 1982
Der Amerika Haus e.V. NRW lud ein zur Ausstellung und Künstlergespräch der amerikanischen Künstlerin „Judith Joy Ross“ anlässlich ihrer Retrospektive mit Photographien seit 1982.


Die amerikanische Photographin Judith Joy Ross (*1946 in Hazleton, Pennsylvania) hat seit Beginn der 1980er-Jahre ein beeindruckendes Werk mit Schwerpunkt auf dem Portrait geschaffen. Entstanden sind ihre Photographien insbesondere im Umkreis ihres Wohnortes Bethlehem, Pennsylvania, eine ehemalige Bergbauregion, die Photographieinteressierte womöglich durch die dokumentarischen Ansichten von Walker Evans vor Augen haben. Ross verfolgt ihre Arbeit bevorzugt in über einen längeren Zeitraum entwickelten Bildreihen, von denen rund 20 vorgestellt werden. Dazu zählen u.a. Portraits of the U.S. Congress, U.S. Army Reserve, Protest of War & Elections und Eurana Park. Sie benutzt dazu eine 8 x 10 Inch Großbildkamera und setzt ihre Photos als goldgetonte Kontaktabzüge um – eine sehr detailreich und brillant zeichnende, heute zudem sehr rare Technik.

Kritisch hinterfragt Judith Joy Ross in ihren photographischen Serien Lebensabschnitte wie Kindheit und Adoleszenz, aber auch politische Themenbereiche und deren Einfluss auf einzelne Lebenskonzepte rücken ins Blickfeld. Stets heben die psychologisch einfühlsamen Portraits das Individuelle hervor und bringen zugleich sehr subtil das komplexe Verhältnis zwischen Person und Umfeld zum Ausdruck. Die Künstlerin begegnet den Menschen möglichst fern von Schönheitsidealen oder medialen Klischeevorstellungen, möglichst nah am normalen amerikanischen Alltagsgeschehen und räumt so den ungekünstelten, ernsten wie arglos freudigen Aspekten des Lebens einen Platz ein. Damit bietet sie uns ein aktuelles wie wirklichkeitsgetreues Gesellschaftspanorama, das Parallelen zum Werk des deutschen Photographen August Sander aufweist, den Judith Joy Ross als einen ihrer großen Vorbilder schätzt.

 

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