MCLUMINATIONS #2: McLuhan der Künstler – der McLuhansche Künstler

Embassy of Canada in Berlin
Anlässlich des 100. Geburtstags des berühmten kanadischen Medienphilosophen Marshall McLuhan präsentierte die Botschaft von Kanada in Zusammenarbeit mit der transmediale und McLuhan in Europe 2011 am 20. Oktober  im Marshall McLuhan Salon die zweite Ausgabe der Veranstaltungsreihe McLuminations. Bei dem ‚Performative Screening Event‘ wurde das Archivmaterial des Marshall McLuhan Salons vorgestellt und öffentlich besprochen. Die Veranstaltung wurde moderiert von Baruch Gottlieb; es diskutierten die McLuhan Experten Steffi Winkler und Martina Leeker.

“We may torture McLuhan, just like he tortured us.” – Derrick de Kerckhove

Es wurde oft behauptet, dass Marshall McLuhan die Rolle des Künstlers angepriesen hat als jemanden, der maßgeblich zum Verständnis unserer aktuellen Zeit beitragen kann. Aber wie wir wissen, sind Dinge bei McLuhan nicht immer so wie sie scheinen. Bezieht McLuhan den Ausdruck ‚Künstler‘ auf sich selbst? Hat er seine Arbeit als Professor für Englische Literatur als Kunst angesehen? Wirkt ‚der Künstler‘ für McLuhan als eine Art Gegenmittel der Gesellschaft gegen die narkotisierende Reizflut neuer Technik? Oder schreibt McLuhan dem Künstler als Mensch „mit vollem Bewusstsein der Gegenwart“ eine besondere Art von Fähigkeit zu? Entsteht gerade im künstlerischen Entfalten der Kraft der Medien ein befreiender Moment der Erkenntnis? Wie und wem können neue Kunstformen Wege zeigen, den psychischen und sozialen Auswirkungen neuer Technik zu begegnen? Viele Kritiker werfen McLuhan Determinismus vor und unterstellen dabei eine nur widerwillige Anerkennung ‚individuellen‘ Bestimmtseins. Ist künstlerisches Schaffen für McLuhan selbst ein konservativer Versuch, den technologischen Wandel der Gesellschaft zu verlangsamen?

 

Botschaft von Kanada, Marshall McLuhan Salon
Leipziger Platz 17
10117 Berlin
U/S Potsdamer Platz