Bericht einer Kanadierin in Deutschland

AMcGregor
Erfahrungsbericht von Andrea McGregor, kanadische Studentin der Universität Halifax, die 2013 am Werkstudentenprogramm der „canadian association of german teachers at university“ teilgenommen hat.

Meine Sommerarbeit in Ingolstadt habe ich originellerweise durch das kanadische Werkstudentenprogramm (WSP) gefunden.
Jedes Jahr kommen ein paar Dutzend kanadische Studenten durch das WSP nach Deutschland um zu arbeiten oder ein Praktikum zu machen. Die meisten davon finden eine Stelle im Hotel- und Gaststättengewerbe.
In 2012 habe ich bereits 4 Monate in Düsseldorf als Au-pair gearbeitet. Diese Erfahrung hat mir sehr gut gefallen, also habe ich im Herbst damit begonnen nach einer neuen Stelle zu suchen. Während der Suche habe ich ein Werbeplakat für das WSP auf einer Pinnwand an meiner Universität in Halifax gesehen. Der Bewerbungsprozeß war ein bißchen kompliziert. Der letzte Student von meiner Universität, der sich bei dem Programm beworben hat, nahm vor 25 Jahren am Programm teil. Meine Universität hatte also keine Informationen über das Programm. Wir haben dann den Leiter des Programms in Ontario angerufen und bei ihm nachgefragt, damit ich die Bewerbung vorbereiten und 1.500 km per Post schicken konnte.
Zum Glück hat alles geklappt und Ende April habe ich dann in Bonn an der Orientierungsveranstaltung für die WSP Studenten teilgenommen, bevor wir zu unseren Arbeitsplätzen gefahren sind. Von Mai bis August habe ich in einem italienischen Restaurant gearbeitet und die letzten paar Wochen meines Aufenthalts in Düsseldorf verbracht. Mein Job als Kellnerin war eine gute Erfahrung. Ich fand es sehr wertvoll, gleichzeitig zu arbeiten und eine Reise zu machen, neue Menschen kennenzulernen, meine Sprachkenntnisse zu erweitern und Arbeitserfahrung zu sammeln, falls ich irgendwann wieder in Deutschland arbeiten möchte. Ingolstadt habe ich zum ersten Mal gesehen, was auch interessant war, in einer neuen Stadt zu wohnen. Auch wichtig für mich war mein Urlaub in Düsseldorf und die Gelegenheit, alte Freunde wieder zu treffen.
Ich hoffe, daß ich Deutschland nach meinem Abschluß wieder besuchen kann. Ich glaube, das ist auch der gleiche Wunsch meiner WSP Kollegen.

 

Interview mit WDR 27.08.2013

Sommerserie „Konnichiwa & Hello NRW“:
Staunen über Kanada-Gänse und Fußballbegeisterung
Den Sommer in NRW genießen nicht nur Einheimische: Nach NRW reisen jedes Jahr Millionen Touristen. WDR.de traf eine Besucherin aus Kanada, die sich ins Rheinland verliebt hat und nächstes Jahr ganz bestimmt wieder nach Düsseldorf kommen möchte.

Andrea McGregor hat ihre Liebe zu Düsseldorf entdeckt

Name: Andrea McGregor. Alter: 21 Jahre. Wohnort: Halifax, Kanada

Wie lange bleiben Sie in Deutschland?

Andrea McGregor: Am Ende werden es fast vier Monate gewesen sein. Ich habe drei Monate in Süddeutschland gearbeitet über ein Programm meiner Universität. Die letzten drei Wochen meines Aufenthaltes verbringe ich in Düsseldorf. Vor einem Jahr hatte ich als Au-pair hier vier Monate verbracht, treffe jetzt viele Freunde wieder.

Welche Sehenswürdigkeit in NRW haben Sie besucht?

Andrea McGregor: Ich war auf dem Düsseldorfer Rheinturm bei Sonnenuntergang, ein tolles Erlebnis. Die Rheinuferpromenade ist wunderschön, und die Atmosphäre in der Altstadt habe ich bei Tag und Nacht genossen. Am schönsten finde ich aber die vielen Parks und Grünanlagen, und ich liebe es, die Stadt zu Fuß zu erkunden, damit habe ich viele Stunden verbracht. Natürlich habe ich auch mal einen Tagesausflug nach Köln unternommen, um mir den Dom anzuschauen.

Was werden Sie als Allererstes erzählen, wenn Sie wieder zuhause sind?

Andrea McGregor: Dass es mir so gut gefallen hat, dass ich nächstes Jahr wieder nach Düsseldorf reisen möchte. Dann habe ich mein Studium hoffentlich erfolgreich beendet. Schon im vergangenen Jahr habe ich davon erzählt, wie freundlich die Menschen vor allem im Rheinland sind. Das hatte ich so nicht erwartet.

Was hat Sie bei ihrem Besuch in NRW noch überrascht?

Andrea McGregor: Dass es hier Tiere gibt, die Kanada-Gänse genannt werden. Die gibt es in meiner Gegend nicht. Und das Brot ist hier sehr vielfältig und lecker, vor allem deutlich günstiger zu bekommen als bei uns.

Haben sie noch etwas typisch Deutsches entdeckt?

Andrea McGregor: Die Menschen hier sind verrückt nach Fußball. Das ist eigentlich nicht so mein Fall. Im vergangenen Jahr war ich während der Europameisterschaft hier, da musste jeden Tag jedes Spiel geschaut werden. Ich gebe zu, davon habe ich mich dann auch anstecken lassen. Ansonsten geht es in Kanada eben eher um Eishockey, American Football oder Curling.

Was war bis jetzt der Höhepunkt der Reise?

Andrea McGregor: Es ist schwer, aus diesen vier Monaten einen rauszupicken. Selbst aus den drei Wochen in Düsseldorf würde ich nichts herausstellen. Der Höhepunkt war die Reise insgesamt, und ich bin froh, dass ich dieses Jahr finanzielle Unterstützung seitens der Universität hatte. So konnte ich den Flug finanzieren, den ich vergangenes Jahr bezahlen musste. Diesmal habe ich unter dem Strich durch den Job sogar etwas mehr verdienen können.

Welche Souvenirs werden Sie mit nach Hause nehmen?

Andrea McGregor: Den besonderen dunklen Düsseldorfer Senf, den es nur hier in der Altstadt gibt. Vielleicht noch ein Düsseldorf-T-Shirt für meine Eltern.

Die Fragen stellte Matthias Goergens

 

 

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