Frühlingsgefühle: eine deutsch-kanadische Liebesgeschichte

Vor kurzem fragten wir nach deutsch-kanadische Liebesgeschichte…hier ist die erste…

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David Antonides, Bildender Künstler aus Vancouver und Doris Heidelmeyer, Kulturmanagerin aus Berlin berichten für die Deutsch-Kanadische Gesellschaft über Ihre Liebesbeziehung, deren Beginn sich in diesem Mai zum fünften Mal jährt.
Davids und meine Geschichte ist sicher in vielerlei Hinsicht typisch für multinationale Beziehungen, denn trotz einer globalisierten Welt stehen einer solchen Liebe des Öfteren die bestehenden Grenzen und nationalen Gesetze im Weg. David und ich haben Wege aber gefunden, unser Zusammenleben möglich zu machen.

Ich bin Kulturmanagerin und arbeite in der Druckwerkstatt im Kulturwerk des Berufsverbandes Bildender Künstler in Berlin. Ich hatte, als ich dort, in der Druckwerkstatt, David Antonides den Maler aus Vancouver traf, gerade eine gescheiterte Ehe hinter mich gebracht und lebte schon seit einigen Jahren als alleinerziehende Mutter mit meinen drei Töchtern in Berlin. David, ebenfalls geschieden, war unterwegs auf einer seiner zahlreichen und mehrmonatigen Bildungs- und Arbeitsreisen.
Gerade kam er aus London und wollte für ein paar Wochen in Berlin bleiben, um Freunde zu treffen und in der weltweit bekannten Druckwerkstatt, seine großformatigen Monotypien und seine feinfühligen Radierungen anzufertigen. Die Werkstatt war wie immer komplett ausgebucht und er hatte keine Termine gemacht. Wir fanden zum Glück doch ein Plätzchen für ihn, und David und ich konnten uns so, während er für einige Tage in der Werkstatt arbeitete, besser kennenlernen.
Dann kamen die Pfingstfeiertage und wir beschlossen, uns zusammen die Schlösser und die Parks von Potsdam anzuschauen. Die Sonne schien und die Architektur und die Natur gaben unseren Frühlingsgefühlen Vorschub. Trotz des Wissens, dass Davids Abreise kurz bevor stand, ließen wir uns von diesen Gefühlen davontragen. Die Nähe, die wir damals sofort gespürt hatten, ist stetig gewachsen, wir führen seither eine harmonische Beziehung. Zuerst mit einer Distanz von 7.978,44 km
zwischen uns. Dann kam David immer regelmäßiger. Sein erfolgreiches und flexibles Künstlerleben machte es zum Glück möglich. Und nun ist Berlin zu seiner zweiten Heimat geworden.

In Berlin hat David schnell als Künstler Fuß fassen können und der Kontakt zu einer internationalen und lebendigen Kunstszene hat ihm einige neue Perspektiven eröffnet.

Seit 2010 betreibt er eine kleine Produzentengalerie in der Brunnenstrasse in Berlin. www.brunnen64.com. Ich, als Kulturmanagerin unterstütze ihn dabei und gemeinsam haben wir schon einige Ausstellungen organisiert und sogar zusammen mit anderen kanadischen Künstlern eine dreimonatige „Künstler- Residency“ in Kühlungsborn an der Ostsee verlebt.

Davids Motive haben sich mit dem Leben in Berlin ein wenig gewandelt: Nun sind es nicht nur „Cityscapes“ aus Vancouver und New York, die man auf seinen teils riesigen „Watercolor“- Gemälden sieht, nun sieht man auch Berlin und Potsdam.
Im letzten Frühling, zum vierten Jahrestag unserer glücklichen Beziehung haben wir einen Ausflug in die Uckermark, die „Toskana des Nordens“ unternommen und dort unser Traumhaus gefunden. Gemeinsam mit unserem Hund Cap erkunden wir jetzt am Wochenende die romantische, hügelige und wasserreiche Landschaft der Uckermark. Kürzlich sind also weitere Motive in Davids typischen neoexpressionistischem Stil hinzugekommen: Landschaften und Bauernhäuser.

Wenn wir die nötigen Renovierungen an unserem kleinen Bauernhaus hinter uns gebracht haben und den 4000qm großen Garten zum Blühen gebracht haben, sind wir noch lange nicht am Ende unserer gemeinsamen Träume.   Dann werden wir wieder reisen.  Oben auf der Liste steht Griechenland, das Land aus dem vor 350 Jahren Davids Vorfahren nach Holland gekommen sind, bevor sie nach dem Ende des zweiten Weltkriegs nach Kanada ausgewandert sind.
Vor drei Jahren reisten wir bereits alle zusammen, meine drei Töchter und wir beide, nach Kanada und David zeigte uns die herrlichen Landschaften British Columbias und wir lernten seine Familie kennen. In Zukunft wollen wir aber durchaus öfter nach Kanada, jetzt wo meine Töchtern so selbständig geworden sind. Nur Lotti, die nehmen wir überall hin mit. Sie und David sind unzertrennlich geworden.  
Und ich so glücklich wie noch nie.