Interview mit DKG Mitglied und „The Poutine kitchen“ Inhaber Holger Böckner

-Erzähle uns bitte wo Du herkommst und was deine Verbindung zu Kanada ist.

Ich bin im hessischen Bad Nauheim aufgewachsen und habe danach lange Zeit in Stuttgart und München gelebt. Seit 2014 bin ich nun in meiner Wahlheimat Berlin. 

Nach dem Ende meines Studiums war ich 2007 zum ersten Mal in Kanada, bin für einige Zeit mit dem Rucksack durchs Land gereist und habe in Toronto eine Sprachschule besucht. Ich war damals in der Filmbranche tätigt und habe kanadische Filmfestivals besucht und darüber auch viele interessante Menschen kennenlernen dürfen. Das war mein erster Trip nach Nordamerika überhaupt und ich war sofort fasziniert vom Land, den Menschen und dem Leben. In folgenden Jahren hat mich Kanada nicht mehr losgelassen und ich habe noch viele weitere Reisen dorthin unternommen. 

-Wie entstand deine Liebe zu Poutine?

 Zum ersten Mal habe eine Poutine in Montreal gegessen. Freunde haben mich dazu überredet und ich fand es schon ziemlich lecker! Da ist es wohl passiert mit der Liebe zu Poutine. 

-Wie kamst Du auf die Idee, “The Poutine Kitchen” zu eröffnen?  Und wann wird es soweit sein?

Die ursprüngliche Idee ist 2013 beim Abendessen mit meiner Nachbarin in München entstanden. Sie kommt aus einer kanadischen Familie und wir haben uns überlegt, ob wir nicht gemeinsam eine Poutine essen sollten. Leider gab es aber nirgends den Käse (Cheese curds) dafür zu kaufen. Dann hatten wir die Idee, selbst einen Laden für Poutine aufzumachen. Normalerweise verlieren sich diese Küchenideen ja wieder, aber in diesem Fall nicht. 

Ich möchte Anfang des kommenden Jahres, spätestens im Frühjahr eröffnen. Gerade bin ich noch im Gespräch mit verschiedenen Locations. Die Standortsuche zieht sich doch manchmal sehr hin. Aber ich bin guter Dinge! 

-Wie schwer war es, “Cheese Curds” zu finden bzw. lokal produzieren zu lassen?

Man findet sie in Deutschland eigentlich gar nicht. Das war dann auch der Grund für mich nach einem geeigneten Kooperationspartner für die Produktion zu suchen, was anfangs ziemlich schwierig war. Es gibt nun mal hierzulande keine Erfahrungswerte dazu. Ich bin sehr froh, dass ich dann Pieter Wolters und Uta Gerlach von der Bauernkäserei Wolters gesprochen habe. Die beiden waren von der Idee begeistert und jetzt gibt es sie endlich auch hier, die Cheese curds – Made in Brandenburg. 

-Könnte es eventuell ein “Poutine Kitchen” in anderen Städten geben?

Das lässt sich heute noch nicht sagen, aber warum eigentlich nicht. 

-Was ist dein Lieblingsort in Kanada? Warum?

Es gibt unglaublich viele tolle Orte in Kanada. Aber liebsten bin ich in Ottawa, da habe ich viele Freunde und das ist immer so wie nach Hause kommen.  Landschaftlich bin ich sehr von den Rocky Mountains beeindruckt. Die Gegend rund um Banff ist ausgesprochen schön. 

 –Was ist dein Lieblingsgericht außer Poutine?

Da gibt es vieles. Meine beiden Favoriten sind Bun Ga Nuong, ein vietnamesischer Reisnudelsalat und schwäbische Maultaschen.