Franklin-Expedition: Forscher wollen nächstes Puzzlestück finden

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Die mehr als eineinhalb Jahrhunderte verschollenen Schiffe der Franklin-Expedition, die auf der Suche nach der legendären Nord-West-Passage 1848 verschwand, sind zwar gefunden – 2014 wurde erst die HMS Erebus in der Nähe der O’Reilly-Inseln entdeckt, zwei Jahre später die HMS Terror etwa 60 Seemeilen nördlich davon. Doch was genau sich damals abgespielt hat, ist noch immer unklar.

Mit Hilfe von DNA-Proben wollen Forscher sich dem Rätsel nun einen weiteren Schritt nähern. Die Wissenschaftler analysierten das Erbgut von zwei Dutzend Seemännern der Expedition, die an acht verschiedenen Stellen in der Arktis gefunden worden waren. Wenn sich mit diesem Material heute noch lebende Nachfahren finden ließen, so die Hoffnung, dann könnten den Leichen Namen zugeordnet und damit eventuell bestimmt werden, auf welchen Schiff die jeweiligen Personen ursprünglich gesegelt waren.

Diese Information könnte ein wichtiges Puzzleteil sein für die Antwort auf die Frage nach den Details der Katastrophe. Bis zum Auffinden der HMS Terror war man nämlich lange davon ausgegangen, dass dieses Schiff weiter oben im Norden vom Eis zerquetscht worden war. Nur – die Terror war in der Bucht der King-Williams-Inseln versunken. Offenbar war das Schiff verschlossen und winterfest gemacht worden.

Nach dem Fund des Schiffs 2016 hatten Forscher die Hypothese entwickelt, dass die Mannschaft, die die Terror eigentlich schon zurückgelassen hatte, wieder an Bord gegangen war und versucht hatte, vor dem ewigen Eis nach Süden zu fliehen. Schließlich hätten die Männer das Schiff doch aufgegeben und sich auf die Erebus begeben, um mit den verbleibenden Seeleuten gemeinsam zu entkommen – was, wie bekannt, keinem gelang.