Buchmesse in Frankfurt: Friedenspreis für Margaret Atwood

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Kanadische Autorin Margaret Atwood hat der Friedenspreis in Frankfurt bekommen.

Alle Details hier und hier.

Zusammenfassung von Herrn Beutler der bei der Verleihung präsent war:

Atwoods Wölfe –Nachlese

Was haften bleibt von der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels an Margaret Atwood ist zunächst ihre Bescheidenheit, gepaart mit in teils bittere Worte gekleidete Kritik der Gegenwart. Nein, Schriftsteller und Dichter sollen sich nicht unbedingt  in ihren Werken notwendigerweise sozialkritisch äußern, wohl aber als Intellektuelle auch ihre Stimme erheben.

Immerhin verweist sie in der Pressekonferenz auf die dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts…Als Schülerin habe sie natürlich auch Orwell und Huxley gelesen, in den Achtziger Jahren ihre „Handmaid’s Tale“ geschrieben und nie gedacht, dass die USA , „the beacon of democracy“ sich so präsentierten, wie  die Welt sie jetzt erlebt. „Times have changed“…

Daher ihre Fabel von der Errichtung eines Wolfreichs, was zutiefst an die Sentenz des Plautus erinnert: „Homo homini lupus“ – und natürlich auch an die Brechtschen „Haifische“.

Tröstlich, dass Margaret Atwood immerhin die von  Hugh MacLennan beschriebenen „Two Solitudes“ der beiden nebeneinander lebenden anglophonen und frankophonen Literaturen in Canada als überwunden ansieht. Generell, ohne den Satz zu qualifizieren, verkündete sie: „There is hope“…!

Bernhard Beutler

Im Oktober 2017