WSP
Das WSP in der Presse
Artikel über das WSP von Ulrike Pape, Focus Online Autorin
“Hummer fürs Personal” – Von FOCUS-Online-Autorin Ulrike Pape
Die Jobs entsprechen nicht immer der Norm, das Salaire ist alles andere als üppig. Die Erfahrungen, die deutsche Werkstudenten in Kanada sammeln können, sind dafür unbezahlbar.
Toronto – für viele Ferienjobber ein Traumziel
Mit allem hatte Ludwig Buhmann gerechnet, nur nicht damit. Nach zwei Wochen mühseliger Suche hatte der 22-jährige BWL-Student aus Berlin endlich einen Job in einer Jugendherberge in Montreal gefunden. Dann, nach gerade mal vier Tagen stand er wieder auf der Straße. Sein Chef hatte ihn gefeuert. „Nur weil ich mich verweigert habe, die Tabletts im Speisesaal nach Farben zu ordnen.“ Ein klassischer Fehlstart.
Von der berüchtigten „Hire and Fire“-Mentalität in Nordamerika sollten sich die etwa 90 Studenten, die er jedes Jahr mit der DKG zum Summerjobben nach Kanada entsendet, nicht abschrecken lassen, sagt Bernd Brummermann. Der Leiter des Werkstudierendenprogramms der Deutsch-Kanadischen Gesellschaft (DKG) ist vor neun Jahren selbst als Student mit der DKG nach Kanada gekommen. Auch er hatte drei verschiedene Jobs, freiwillig allerdings, zunächst bei einer Personalberatung, dann bei zwei Lebensversicherungen. Sein letzter Arbeitgeber hat ihm am Ende sogar eine feste Anstellung in Toronto angeboten. Keine leichte Entscheidung für Brummermann. „Mir war dann aber doch wichtiger, zum Wintersemester nach Köln zurückzugehen und dort meinen Diplom-Kaufmann zu machen.“ Er könne sich aber durchaus vorstellen, für ein paar Jahre in Toronto zu leben, es sei noch immer seine „absolute Traumstadt“.
Mit offenen Armen empfangen
Mit positiven Erinnerungen ist am Ende auch Ludwig Buhmann zurückgekommen: “Für mich war Kanada ein riesengroßes Abenteuer!” Nach dem frustrierenden Start in Montreal, flog er kurzerhand nach Westkanada. Nach British Columbia, BC genannt,zieht es immer mehr DKG-Studenten. Fast die Hälfte entscheidet sich für “work and travel” dort, wo 2010 in Vancouver und Whistler die Olympischen Winterspiele stattfinden werden. Knapp jeder dritte DKG-Student geht nach Ontario, die französischsprachige Provinz Quebec rangiert auf Platz drei. Bei der Jobsuche hatte Ludwig Buhmann im äußersten Westen Kanadas mehr Glück. Das Vorstellungsgespräch ging nur fünf Minuten, gleich am nächsten Tag konnte er anfangen: In einem Hotel in Tofino auf Vancouver Island, direkt am Pazifik gelegen, war er ab sofort im Bereich “Room-Service” tätig, also Betten machen und Staubsaugen für knapp neun Kanadische Dollar pro Stunde, in Kanada der Mindestlohn, “aber zum Dinner gab’s immer Hummer, auch fürs Personal”. Außerdem fand der passionierte Surfer jeden Tag andere Wellen im Pazifik vor – für Ludwig “das Paradies”. Aber nicht nur die Natur hat es ihm angetan, auch die Menschen: “In Kanada sind die Leute wesentlich gelassener als in Deutschland.”
Keine Chance für schlechte Laune
Die Grundzufriedenheit sei eine andere, urteilt auch Corinna Baum aus Bielefeld. Anstatt bloß zu nörgeln, gingen die Kanadier die Probleme an und fänden immer eine Lösung. “In Kanada kannst du schnell viel erreichen, vorausgesetzt, du gibst dir Mühe, aber die Chance bekommst du immer.” Sie ist mit dem DKG-Programm von der Tellerwäscherin zur Rezeptionsdame aufgestiegen. Bei der damals 21-jährigen Sport- und BWL-Studentin stand der Arbeitgeber schon vorm Abflug nach Kanada fest. Den hatte ihr die DKG organisiert.
Arbeiten wo andere Urlaub machen
Das Visum ist zwar für ein ganzes Jahr gültig, aber das Programm der DKG ist nur für die Semesterferien im Sommer angelegt. Die meisten Teilnehmer arbeiten zwei Monate und reisen dann noch einen Monat durch Kanada. “Ideal, wenn man Arbeiten und Reisen sinnvoll verbinden will, aber nicht gleich ein ganzes Jahr weggehen will”, findet Corinna. Noch dazu ist das Programm der DKG viel günstiger als kommerzielle „Work and Travel“-Anbieter, die noch eine Bearbeitungsgebühr verlangen: Knapp 1.200 Euro kostet die Teilnahme an dem Werkstudierendenprogramm der DKG – Flug, Vorbereitungswochenende in Köln und Einführungsseminar in Toronto inklusive.
Eine feste Arbeitsstelle wie bei Corinna Baum kann die DKG nicht jedem Teilnehmer versprechen, aber “wir helfen gerne bei der Jobsuche”, so Brummermann. Mit dem verdienten Geld könne man die Lebenshaltungskosten decken. In den Metropolen Vancouver und Toronto sei das Leben allerdings teurer als auf dem Land. “Erstaunlicherweise sind die Rückmeldungen der Studenten, die auf einer Farm gearbeitet haben, aber immer am positivsten”, berichtet Brummermann. Die Erfahrung, mitten im Nirgendwo auf 4000 Schafe aufgepasst zu haben, ist offenbar einmalig.
Link zum Artikel auf Focus Online
Canadian Summer Job Students in Niedersachsen
Zeitungsartikel der Hannoverschen Allgemeinen zum Aufenthalt kanadischer Studenten in Niedersachsen im Rahmen des Austauschprogramms Deutschland-Kanada
“Junge Kanadier arbeiten in der Region” – vom 15.06.2009
“Kanadier lernen ohne Dialekt” - vom 10.07.2009 (1)
“Studentin aus Kanada lernt Deutschland kennen” - vom 10.07.2009 (2)
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