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Dämpfer und Neustart für Justin Trudeau? Wahlanalyse mit Dr. Martin Thunert

27. November, 19:3022:30

Die DKG Rhein-Main lädt Sie herzlich ein zur Analyse der kanadischen Wahlen vom 21. Oktober. Dr. Martin Thunert, Politikwissenschaftler und Nordamerikaexperte an der Uni Heidelberg, wird uns einen Einblick ist die Folgen und Herausforderungen der Wahl geben.
Mit dem Verlust der parlamentarischen Mehrheit erhielt Premierminister Justin Trudeau bei den Unterhauswahlen vom 21. Oktober 2019 einen gehörigen Dämpfer, der mit 157 Sitzen für die Liberale Partei indes geringer ausfiel als aufgrund zahlreicher Skandale zunächst angenommen. Trudeau hat sein politisches Überleben dem noch immer soliden Abschneiden seiner Partei in der bevölkerungsreichen Provinz Ontario zu verdanken, die alleine ein Drittel der Parlamentssitze stellt. Im riesigen Vorstadtgürtel Torontos konnten die von Andrew Scheer geleiteten Konservativen keinen signifikanten Durchbruch an hinzugewonnenen Sitzen erzielen, sodass ihr Vorsprung in der Gesamtstimmenzahl sich nicht in eine Mandatsmehrheit übertrug. Für Justin Trudeau könnte das überraschend schmeichelhafte Wahlergebnis die Chance für einen Neustart sein. Doch was das Regieren für ihn erheblich erschweren wird, ist die kaum noch übersehbare, mehrfache Spaltung des Landes. Westlich von Ontario ist die Liberale Partei kaum noch präsent, in Quebec erstarkte der schon fast totgeglaubte Bloc Quebecois, die Forderungen der zur Tolerierung einer liberalen Minderheitsregierung bereiten NDP und Grünen dürften die Entfremdung des Präriewestens – insbesondere der Energieprovinz Alberta – von Ottawa und Zentralkanada noch weiter vorantreiben. Justin Trudeau ist dazu verurteilt, einerseits Kompromisse mit dem konservativen und überwiegend kleinstädtisch-ländlichen Kanada zu schließen und gleichzeitig die Anliegen einer progressiven und überwiegend städtischen Parlamentsmehrheit nicht zu verprellen, wenn ihm gelingen soll, was sein Vater Pierre E. Trudeau vor knapp 50 Jahren vermochte: aus einer Minderheitsregierung heraus nach ein oder zwei Jahren wieder eine Mehrheit zu gewinnen und damit eine Ära zu begründen, die mehr als ein Jahrzehnt andauerte.

Im Anschluss haben Sie die Gelegenheit bei einer Questions & Answers Runde Ihre Fragen zu stellen und anschließend den Abend bei Wein, Häppchen und interessanten Gesprächen ausklingen zu lassen.

Martin Thunert ist habilitierter Politikwissenschaftler und Nordamerikaexperte und arbeitet seit 2007 als Senior Lecturer (Forschungsdozent) am Heidelberg Center for American Studies der Universität Heidelberg und lehrt am dortigen am Institut für Politikwissenschaft. Thunert hat u.a. an den Universitäten Frankfurt/M., Tübingen, Glasgow, Queen’s (Kingston, Ontario) und McGill (Montreal) Politikwissenschaft, Anglistik und Philosophie studiert und wurde an der Uni Augsburg mit einer Arbeit zur kanadischen Verfassungspolitik promoviert. Martin Thunerts Forschungsinteressen liegen in der Nordamerikaforschung. Darüber hinaus beschäftigt sich Thunert mit dem Thema Politikberatung und Think Tanks und gibt die „Zeitschrift für Politikberatung“ heraus.

Mehr Infos und Anmeldungen unter diesem Link.

Details

Datum:
27. November
Zeit:
19:30 – 22:30

Veranstaltungsort

Arnecke Sibeth Dabelstein Frankfurt
Hamburger Allee 4
Frankfurt am Main, 60486

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